
Die britische Financial Conduct Authority (FCA) gab am 25. Februar 2026 bekannt, dass sie aus fast 20 antragsstellenden Unternehmen vier Organisationen ausgewählt hat: Revolut, Monee Financial Technologies, ReStabilise und VVTX, um an einem Pilotprogramm für den Stablecoin-Regulierungs-Sandbox teilzunehmen. Das Programm soll voraussichtlich im ersten Quartal 2026 offiziell starten.

(Quelle: Financial Conduct Authority, UK)
Matthew Long, Direktor für Zahlungs- und Digitalvermögen bei der FCA, erklärte, dass die Regulierungsbehörde die britischen Stablecoin-Emittenten voll unterstützt, um sicherzustellen, dass die ausgegebenen Vermögenswerte im Zahlungs-, Abrechnungs- und Handelssektor höchster Vertrauenswürdigkeit genießen. Der Kern des Sandbox-Tests umfasst die Emissionsmechanismen von Stablecoins sowie vielfältige Anwendungsfälle wie Zahlungssysteme, Großhandelsfinanzabwicklung und Infrastruktur für Kryptowährungstransaktionen.
Die FCA betonte, dass die ausgewählten Organisationen in einer überwachten, kontrollierten Umgebung operieren werden, die es der Aufsichtsbehörde ermöglicht, vor der endgültigen Regelsetzung tiefgehende Einblicke in Emissionsprozesse, Betriebsherausforderungen und Compliance-Risiken zu gewinnen. Zudem sollen die gesammelten Daten die endgültigen Stablecoin-Regeln, die voraussichtlich später 2026 veröffentlicht werden, untermauern.
Unter den vier ausgewählten Organisationen steht Revolut, das britische Fintech-Start-up, im Fokus des Marktes. Revolut hat im Jahr 2024 eine bedingte britische Banklizenz erhalten und wartet derzeit auf die endgültige Genehmigung für die Vollbanklizenz. Quellen berichten, dass der Schwerpunkt des Sandbox-Tests auf der Emission von im Pfund Sterling denominierten Stablecoins liegen wird, obwohl das Unternehmen noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben hat. Marktanalysen von Myriad Markets zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Revolut vor Juli eine Token-Launch ankündigt, bei etwa 34 % liegt.
Im Gegensatz dazu bleiben traditionelle große britische Banken vorsichtig. Der europäische Stablecoin-Markt (inklusive Euro-, Pfund- und Schweizer Franken-Token) macht weniger als 0,2 % des weltweiten Marktanteils aus, wobei die Dominanz weiterhin bei im US-Dollar gebundenen Anbietern wie Tether liegt. Andrew Bailey, der Gouverneur der Bank of England, betonte klar, dass die Banken sich auf „Tokenisierte Einlagen“ konzentrieren sollten, und forderte, dass Banken bei der Emission von Stablecoins eine vollständig unabhängige Marke verwenden müssen. Diese Haltung schränkt objektiv die Motivation traditioneller Banken ein, in den Stablecoin-Markt einzutreten.
Q1 2026: Offizieller Start des FCA Stablecoin-Regulierungs-Sandbox, vier Organisationen beginnen Pilotversuche
Sommer 2026: Veröffentlichung eines Policy-Statements durch die FCA, das Themen wie Token-Emission, Verwahrungspflichten und Marktmissbrauchsprävention abdeckt
September 2026: Öffnung des Antragsprozesses für Krypto-Unternehmen („Crypto Gateway“)
Oktober 2027: Inkrafttreten eines neuen Krypto-Regulierungssystems, das alle regulierten Krypto-Dienstleister zur FCA-Lizenzierung gemäß dem Financial Services and Markets Act verpflichtet
Bemerkenswert ist, dass Coinbase-CEO Brian Armstrong kürzlich die geplante „Obergrenze für Stablecoin-Holdings“ der Bank of England (5.000 bis 20.000 Pfund für Privatpersonen, 1 Million bis 10 Millionen Pfund für Unternehmen) kritisierte. Er argumentierte, dass diese Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens im digitalen Finanzbereich schwächen könnten. Über 81.000 Menschen haben bereits eine Petition von Stand With Crypto UK unterschrieben, die das Parlament auffordert, diese Beschränkungen zu überdenken.
Der Regulierungs-Sandbox ist ein Mechanismus, der Unternehmen ermöglicht, innovative Produkte in einer kontrollierten Umgebung zu testen. Die FCA kann durch diese Initiative vor der endgültigen Gesetzgebung praktische Daten zur Stabilcoin-Emission sammeln. Dieser Sandbox markiert den Übergang Großbritanniens von einer abwartenden Haltung zu einer aktiven Strategie und bietet eine klare politische Roadmap bis zur umfassenden Regulierung im Jahr 2026–2027.
Der britische Pfund-Stablecoin hat für Revolut strategische Bedeutung: Das Unternehmen ist hauptsächlich im UK-Markt tätig, strebt eine Vollbanklizenz an und möchte durch die Emission eines Pfund-Stablecoins seine Position im britischen Fintech-Sektor stärken. Zudem soll die Entwicklung Vorteile bei grenzüberschreitenden Zahlungen und Großhandelsabwicklungen bieten.
Andrew Bailey, der Gouverneur der Bank of England, favorisiert „Tokenisierte Einlagen“ gegenüber unabhängigen Stablecoins und fordert, dass Banken bei der Emission von Stablecoins eine eigenständige Marke verwenden. Diese Position schafft objektiv Barrieren für traditionelle Banken, in den Stablecoin-Markt einzutreten. Im Gegensatz dazu sind Fintech-Unternehmen wie Revolut weniger eingeschränkt und können flexibler im Markt agieren.
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