Bitcoin kämpft unter 70.000 $, da schrumpfendes Open Interest und defensive Positionierungen die nachlassende institutionelle Nachfrage widerspiegeln.
Bitcoin handelt weiterhin unter 70.000 $, da breitere makroökonomische Druckfaktoren auf Risikoanlagen lasten. Kürzliche Liquidationen haben die ursprüngliche Kryptowährung in eine enge Spanne zwischen 64.000 $ und 67.000 $ gedrängt, in der sie sich nun mit begrenztem Überzeugungsgrad bewegt. Laut Wintermute geht die aktuelle Kursentwicklung über kurzfristige Positionierungen hinaus.
Das Marktupdate von Wintermute zeigt, dass Bitcoin sich wie eine Hoch-Beta-Asset verhält, das eng mit Large-Cap-Altcoins und technologieempfindlichen Trades korreliert. Die zuvor im Zyklus beobachtete Dynamik ist abgeflaut. Kurzfristiger Druck besteht weiterhin, da strukturelle makroökonomische Kräfte die headline-getriebene Volatilität ersetzen.
Während des größten Teils des vergangenen Jahres reagierten die Märkte auf Mikro-Katalysatoren. Zölle, Kommentare der Fed und Gewinnberichte trieben schnelle Neubewertungen. Dieses Muster scheint sich aufzulösen, da Wintermute auf einen breiteren Wandel hinweist, der nun die Asset-Allokationsentscheidungen prägt.
https://t.co/QHDUNkrAxA
— Wintermute (@wintermute_t) 24. Februar 2026
Die Politik der Federal Reserve hat nicht mehr den gleichen Einfluss auf die Märkte wie in früheren Zyklen. Die Inflation bleibt hartnäckig, während das Wirtschaftswachstum Anzeichen einer Abschwächung zeigt. Zinssenkungen haben zusätzlichen Inflationsdruck erzeugt. Daher hat sich das Vertrauen in eine verlässliche „Fed-Put“ abgeschwächt.
Investoren fordern nun höhere Risikoprämien, um wachstumsorientierte Anlagen zu halten. Gleichzeitig verstärken zwei strukturelle Themen diesen Wandel.
Erstens gibt es eine Veränderung in der Bewertung von Unternehmen, die durch künstliche Intelligenz angetrieben werden. Einfach gesagt, ändern die Märkte ihre Aktienbewertungen basierend auf neuen Einschätzungen zu den Auswirkungen von KI. Starke Gewinne im öffentlichen Sektor und kürzliche Modellveröffentlichungen von Anthropic veranlassten Investoren, das Disruptionsrisiko in verschiedenen Sektoren neu zu bewerten.
Softwareunternehmen, die früher als sicher galten, sehen nun Bewertungsdruck, da ihre Wettbewerbsvorteile in Frage gestellt werden. Hardwarefirmen stehen unter Beobachtung wegen steigender Kapitalausgaben und unsicherer Renditen. Was früher eine breite KI-getriebene Rally war, hat sich in größere Volatilität und stärkere Sektorrotation verwandelt.
Zweitens kommt die Deglobalisierung, was bedeutet, dass Länder weniger frei handeln und stärker auf inländische Produktion setzen. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs wechselte die Regierung von IEEPA zu Section 122, um die Zollerlaubnis aufrechtzuerhalten.
Wintermute interpretiert dies als Bestätigung, dass Zölle keine vorübergehende Maßnahme sind. Zersplitterte Lieferketten, höhere Inputkosten und geopolitische Risiken fließen nun in die langfristige Asset-Bewertung ein.
Beide Themen setzen große globale Wachstumsunternehmen unter Druck, die auf offenen Handel und starke globale Nachfrage angewiesen sind. Gleichzeitig erhöht die unklare Zinspolitik die Unsicherheit an den Märkten, sodass Investoren kein klares politisches Signal haben.
Derzeit befinden sich digitale Vermögenswerte auf der falschen Seite der aktuellen Marktrotation. Bitcoin konnte seit einer Liquidationswelle vor zwei Wochen mehrfach die 70.000 $-Marke nicht zurückerobern. Das Fehlen eines starken Erholungsimpulses ist gewichtiger als die Range selbst.
In der Woche fiel Ethereum unter 1.900 $. Obwohl dies größtenteils psychologisch ist, deutet dieses Niveau auf eine schwächere Stimmung hin. Wintermute identifiziert 1.600 $ als eine kritischere technische Marke, falls die Abwärtsbewegung anhält.
Institutionelle Nachfrage zeigt trotz Kursstabilisierung nur begrenzte Verbesserungen. Als Bitcoin zuvor zwischen 85.000 $ und 95.000 $ gehandelt wurde, war die institutionelle Aktivität deutlich stärker.
Futures-Preise sind niedrig, was bedeutet, dass Händler nicht aggressiv auf steigende Kurse setzen. Optionsdaten zeigen eine höhere Nachfrage nach Abwärtsabsicherungen. Das Open Interest ist seit Oktober rückläufig, was darauf hindeutet, dass Positionen reduziert werden, anstatt ausgeweitet.
Auf der anderen Seite verzeichnen Handelshäuser mehr Verkaufs- als Kaufaktivitäten. Einige vermögende Investoren versuchten Mitte der Woche, einige Altcoins zu kaufen, doch das Interesse hielt nicht an. Die meiste Aktivität konzentriert sich auf Hedging und Positionsschutz, nicht auf eine starke Wette auf eine Kursrallye.
Fonds verlassen auch Bitcoin-ETFs, was zusätzlichen Druck ausübt. Derzeit handelt Bitcoin wie eine risikoreiche Tech-Aktie in einem Markt, der Gold, Rohstoffe und Value-Aktien bevorzugt. Daher erscheint Krypto weniger attraktiv. Unsicherheit bezüglich Politik und Wirtschaft belastet ebenfalls die Stimmung.
Wintermute weist darauf hin, dass ähnliche Wachstumsängste bereits zuvor auftraten und später umgekehrt wurden. In früheren Zyklen kehrte die Risikobereitschaft zurück, sobald die makroökonomischen Ängste nachließen. Allerdings könnten KI-Disruption und Deglobalisierung längerfristige Kräfte sein, was Vergleiche erschwert.
Verwandte Artikel
Der südkoreanische Gaming-Riese NXC reduziert seine Bestände an BTC und ETH, das Volumen der Krypto-Assets sinkt auf 147,6 Milliarden koreanische Won
„Nicht bei Bitcoin aufhören“: Morgan Stanley prüft Tokenisierung und Steuertools im Zuge des Krypto-Vorstoßes
Bitcoin-Konferenz 2026 in Las Vegas: Die Original-Satoshi-Times-Zeitung geht zusammen mit BMAG bei einer Auktion in den Verkauf ...
Bitcoin, Ethereum und Arbitrum führen die Top-NFT-Verkäufe der Woche an