
Das Büro des Bundesanklägers im östlichen Bezirk von North Carolina gab am 24. Februar bekannt, dass Bundesbeamte Kryptowährungen im Wert von über 61 Millionen US-Dollar in Tether (USDT) beschlagnahmt haben. Die Geldverfolgung zeigt, dass diese Kryptowährung-Adressen direkt mit Geldwäscheaktivitäten im Zusammenhang mit dem „Pig Butchering“-Investmentbetrug in Verbindung stehen. Die Ermittlungen wurden von der US-Heimatschutzbehörde in Raleigh, North Carolina, geleitet, wobei Tether bei der Durchführung der Vermögensübertragung unterstützte.

(Quelle: US-Justizministerium)
Der Pig Butchering-Betrug ist eine der größten Arten von Kryptowährung-Betrug weltweit. Er kombiniert emotionale Manipulation mit gefälschten Investmentplattformen. Laut Gerichtsunterlagen besteht der vollständige Betrugsprozess aus mehreren Phasen:
Erster Schritt: Vertrauensaufbau: Die Täter geben sich als Liebes- oder Freundschaftspartner aus, pflegen langfristig das Vertrauen des Opfers und führen schrittweise das Thema Kryptowährungsinvestitionen ein.
Zweiter Schritt: Vortäuschung von Professionalität: Sie behaupten, über spezielle Techniken zu verfügen, um durch Kryptowährungstransaktionen hohe Gewinne zu erzielen, und verleiten das Opfer, an die Echtheit der Investitionsmöglichkeit zu glauben.
Dritter Schritt: Führung zu gefälschten Plattformen: Das Opfer wird auf eine gefälschte Plattform geleitet, die fast identisch mit einer legitimen Börse aussieht, mit gefälschtem Hochrendite-Investmentportfolio.
Vierter Schritt: Verhinderung von Abhebungen: Wenn das Opfer versucht, Geld abzuheben, wird dies mit der Begründung abgelehnt, dass „Steuern“ oder „Gebühren“ gezahlt werden müssen, wodurch weitere Gelder erpresst werden.
Fünfter Schritt: Schnelle Geldwäsche: Nach der Überweisung der Opfergelder auf vom Betrug kontrollierte Wallets werden die Gelder rasch in mehrere Adressen aufgeteilt, um die Herkunft und Kontrolle zu verschleiern.
Die Untersuchung begann mit einer Beschwerde eines Opfers aus North Carolina, das angab, Opfer eines Kryptowährungsbetrugs geworden zu sein. Die HSI-Beamten und Analysten verfolgten die Transaktionen auf der Blockchain, um die beteiligten Wallets zu identifizieren, die für Betrug und Geldwäsche genutzt wurden.
Dabei wurde festgestellt, dass einige Wallets noch große Beträge der Opfer enthalten, die noch nicht transferiert wurden. Die Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmten diese Adressen sofort. Kyle D. Burns, stellvertretender Leiter der HSI in Charlotte, sagte: „HSI-Beamte verfolgen weltweit kriminelle Einkünfte mit aller Kraft, um transnationale Organisationen zu bekämpfen und zu zerschlagen, die versuchen, US-Bürger zu täuschen.“
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die aktive Kooperation von Tether bei den Ermittlungen. Das US-Justizministerium dankte Tether ausdrücklich für die Unterstützung bei der Vermögensübertragung, was zeigt, dass der Emittent des Stablecoins zunehmend mit internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet.
In den letzten Jahren hat Tether mehrfach bei der Sperrung oder Rückforderung von USDT im Zusammenhang mit Betrug und Geldwäsche geholfen. Dies wird in der Branche als proaktive regulatorische Maßnahme des Stablecoin-Emittenten gesehen und ist eine Reaktion auf anhaltenden Druck aus den wichtigsten Rechtssystemen.
USDT ist die am weitesten verbreitete Stablecoin mit hoher Liquidität, schnellen grenzüberschreitenden Transaktionen und niedrigen Transaktionskosten. Diese Eigenschaften machen es zu einem bevorzugten Werkzeug für Betrüger, um Gelder schnell zu verschichten. Zudem kann USDT auf mehreren Blockchain-Netzwerken genutzt werden, was die Nachverfolgung durch Behörden erschwert.
Tether verfügt über die technische Fähigkeit, USDT-Guthaben an bestimmten Adressen zu sperren oder zu zerstören. Nach Erhalt einer rechtmäßigen Anfrage der Behörden kann Tether die betreffenden Adressen einfrieren, um eine weitere Überweisung zu verhindern. In diesem Fall beschleunigte die Unterstützung von Tether die Vermögensübertragung, sodass die Beschlagnahme erfolgreich durchgeführt werden konnte.
Nach der Beschlagnahme werden die Gelder in ein Asset-Confiscation-Verfahren überführt. Gemäß den Verteilungsmechanismen des US-Justizministeriums könnten Teile der Gelder letztlich an die Opfer ausgezahlt werden. Ob und in welchem Umfang eine Rückerstattung möglich ist, hängt jedoch vom Fortschritt der gerichtlichen Verfahren und den jeweiligen Entscheidungen ab. Derzeit gibt es keine offiziellen Angaben dazu.
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