Der Bitcoin-Preis (BTC) ist in den letzten 16 Tagen um 14,5 % gefallen, was den Crypto-Index für Angst & Gier auf 16 Punkte sinken ließ (Extremangst) — den niedrigsten Stand seit Jahresbeginn.
Crypto Angst & Gier Index | Quelle: alternative.meObwohl die Verkaufswelle in den letzten zwei Wochen dominiert hat, zeigen die Derivatemarkt-Daten, dass die Positionierung der Trader eine Erholung einleiten könnte. Analysten bewerten derzeit, ob der jüngste Abverkauf ausreichend war, um die Voraussetzungen für eine „Relief Rally“ (technische Erholung) zu schaffen.
Das Ungleichgewicht am Markt eröffnet Chancen für eine leichte Erholung
Technisch gesehen hat BTC den Tiefpunkt im Bereich von $80.000–$83.000 durchquert, was eine große Long-Position-Liquidation auslöste und absorbierte. Nachdem die Liquiditätsquelle nach unten erheblich reduziert wurde, verschiebt sich der Marktfokus tendenziell nach oben auf höhere Niveaus.
Bitcoin 3-Tages-Chart | Quelle: Cointelegraph/TradingViewLaut CoinGlass könnten bei einem Anstieg auf $92.000 mehr als $6,5 Milliarden an Short-Positionen liquidiert werden. Währenddessen würde ein Rückgang auf $72.600 nur etwa $1,2 Milliarden in den Risikobereich bringen. Diese Differenz zeigt, dass die Aufwärtsdynamik verstärkt werden könnte: Wenn der Preis steigt, müssen Short-Positionen gedeckt werden, was einen „Short Squeeze“ auslöst und die Erholung beschleunigt.
Bitcoin Liquidationskarte | Quelle: CoinGlassZur Ergänzung dieses Arguments sieht Kommentator MartyParty eine Ähnlichkeit mit dem Wyckoff-Accumulation-Modell „Spring“ — bei dem der Preis vorübergehend die Unterstützungszone durchbricht, um schwache Investoren aus dem Markt zu drängen, bevor es zu einer Trendwende kommt.
In diesem Zusammenhang könnte der Rücksetzer unter $83.000 als letzte „Liquiditätsaufnahme“ betrachtet werden, die großen Akteuren die Chance gibt, bei attraktiven Kursen zu akkumulieren. Wenn die Kaufkraft stark genug bleibt, könnte die nächste Phase eine Erweiterung der Spanne sein, mit Zielsetzungen, die wieder in die Nähe von $100.000 steigen.
Positionierung bei Bitcoin-Futures: Gegensätzliche Signale
Der Abwärtstrend bei Bitcoin wird als Auslöser für etwa $800 Milliarden an Liquidationen in den letzten 24 Stunden gesehen — der höchste Wert an einem Tag seit Ende November, als BTC bei rund $81.000 gehandelt wurde.
Laut Analyst Darkfost ist jedoch das Open Interest auf Binance auf 123.500 BTC gestiegen, deutlich höher als vor dem 10.10. (damals sank das Open Interest auf 93.600 BTC). Der Anstieg um etwa 31 % seitdem deutet darauf hin, dass viele Trader ihre Marktteilnahme wieder erhöhen, anstatt sich vollständig zurückzuziehen.
Open Interest in Bitcoin | Quelle: CryptoQuantAuf einer breiteren Ebene hat sich der Derivatemarkt abgekühlt. Das monatliche Handelsvolumen für Bitcoin-Futures auf allen Börsen erreichte im Januar etwa $1,09 Billionen — den niedrigsten Stand seit 2024. Die Liquidität konzentriert sich weiterhin hauptsächlich auf große Börsen, angeführt von Binance mit $378 Milliarden, gefolgt von OKX ($169 Milliarden) und Bybit (etwa $156 Milliarden).
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Der wichtigste Treiber dieser Auffälligkeit ist der kurzfristige, konzentrierte Zufluss von Großinhabern (Walen) an die Börsen; On-Chain-Daten zeigen, dass der Nettozufluss von Adressen mit mehr als 1000 BTC von einem stabilen Zustand in einen positiven Bereich überging, was in kurzer Zeit eine direkte Aufwärtsbewegung der Börsenbestände auslöste. Historische Daten zeigen, dass das Verhalten von Walen beim Zufluss an Börsen stark mit dem Verkaufsdruck im mittleren und kurzfristigen Horizont zusammenhängt. Zeitgleich spiegeln Momentaufnahmen des Orderbuchs wider, dass das Volumen aktiver Verkaufsorders deutlich zunahm und zudem die Preisgradienten nach unten rutschten. Das unterstreicht, dass die Marktannahmefähigkeit eher schwach ist, was den Preis kurzfristig nach unten drückt.
Darüber hinaus neigte sich im Derivatemarkt die Long-Short-Struktur zugunsten der Bären; die Anzahl der aktiv verkauften Kontrakte lag innerhalb kurzer Zeit über der der Käufe, wodurch der Druck zum Glattstellen von Long-Positionen weiter zunahm und den Abwärtstrend zusätzlich verstärkte. Die Liquidität des Marktes ist insgesamt eher schwach: Die Zahl aktiver Adressen in 10 Minuten liegt nur bei etwa 42.000, die Gebühren sowie mempool befinden sich in der Nähe von Tiefständen der vergangenen Monate. Vor dem Hintergrund mangelnder Mittelannahme wird die marginale Stoßwirkung großer Verkaufsorders verstärkt. Auf der Makroebene haben eine Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank sowie mehrere Absenkungen der BTC-Abschnittserwartungen in Branchmedien dazu geführt, dass die Risikobereitschaft der Anleger insgesamt abnimmt und so eine gleichgerichtete Wirkung auf der Ebene der Marktstimmung entsteht.
Kurzfristig ist weiterhin Vorsicht vor Liquiditätsrisiken und dem Preis-Schock durch einseitige große Trades bei großen Handelspaaren geboten. In der Folge sollten Sie insbesondere auf Schlüsselindikatoren achten, darunter Veränderungen der Wal-Chain-Positionen, Börsenbestände sowie Erholungen bei den Aktivitätsmetriken, und außerdem darauf, wie sich makropolitische Entwicklungen potenziell auf Risk Assets auswirken. Betroffene Nutzer sollten vor allem das Risiko abfedern, dass sich kurzfristige Preisvolatilität stark ausweitet, und zeitnah weitere Marktinformationen nachverfolgen.
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