Die österreichische Polizei hat kürzlich zwei Männer ukrainischer Staatsangehörigkeit festgenommen, die im Verdacht stehen, einen 21-jährigen Studenten gefoltert, ihm seine Kryptowährungen geraubt und ihn schließlich ermordet und verbrannt zu haben. Das Opfer wurde als Danylo K., Sohn des stellvertretenden Bürgermeisters von Charkiw in der Ukraine, identifiziert. Seine Leiche wurde auf dem Rücksitz eines Mercedes gefunden und war bereits verbrannt. Die Polizei gab an, dass nach der Tat sämtliche Gelder aus der Krypto-Wallet des Opfers abgezogen wurden; das Tatmotiv wird stark auf Erpressung von Krypto-Vermögenswerten zurückgeführt.
Die Wiener Polizei teilte mit, dass die beiden Tatverdächtigen im Alter von 19 und 45 Jahren nach der Tat drei Tage nach Österreich geflohen seien und anschließend in der Ukraine festgenommen wurden. Der Fall wurde an die ukrainischen Behörden übergeben; eine Auslieferung wird nicht stattfinden. Laut lokalen Medien begann der Fall auf dem Parkplatz des Sofitel-Hotels, wo das Opfer überfallen, zum Einsteigen in ein Auto gezwungen und anschließend im Stadtteil Donaustadt brutal geschlagen wurde. Ihm wurden die Zähne ausgeschlagen, er war dem Erstickungstod nahe und wurde schließlich mit Benzin übergossen und verbrannt. Die Polizei fand auf dem Rücksitz des Fahrzeugs einen geschmolzenen Benzinkanister und bestätigte, dass das Feuer durch Benzin ausgelöst wurde.
Dieser Mord ereignete sich zu einer Zeit, in der weltweit Gewaltverbrechen gegen Krypto-Besitzer stark zunehmen – innerhalb der Branche als „Wrench Attack“ bekannt. Laut Jameson Lopp, Mitbegründer der Custody-Plattform Casa, gab es in diesem Jahr bereits fast 70 ähnliche Vorfälle, davon über 30 Prozent in Europa.
Auch in anderen Ländern kam es zuletzt zu ähnlichen Fällen: In San Francisco wurde ein Wohnhaus überfallen und Krypto-Vermögen im Wert von 11 Millionen US-Dollar erzwungen; in Kanada gab es einen Raubüberfall mit Folter, bei dem Bitcoin im Wert von 1,6 Millionen US-Dollar gestohlen wurden; in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es zu einem extremen Fall, bei dem ein Krypto-Promoter und seine Ehefrau ermordet wurden.
Ari Redbord, Global Vice President of Policy bei TRM Labs, erklärte, dass die hohe Städtedichte, die weite Verbreitung von Kryptowährungen und aktive kriminelle Gruppen Europa besonders anfällig machen. Er wies darauf hin, dass mit steigender Schwierigkeit von Hackerangriffen die Kriminellen zunehmend von Online-Angriffen zu physischen Erpressungen übergehen.
Da Krypto-Vermögenswerte eine hohe Liquidität aufweisen, grenzüberschreitend transferierbar und schwer nachzuverfolgen sind, werden „Wrench Attacks“ für Kriminelle immer attraktiver. Dieser Trend unterstreicht die Dringlichkeit für Krypto-Besitzer, ihre Selbstschutzmaßnahmen und den Schutz ihrer Privatsphäre zu verstärken. (Decrypt)
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