Im neuesten Herbsthaushaltsstatement bestätigte der britische Finanzminister Rachel Reeves, dass Krypto Vermögenswerte von einer erneuten Steuererhöhung ausgenommen werden, während die Regierung strengere Berichts- und Regulierungsmaßnahmen vorantreibt, um das Compliance-Niveau der Branche zu erhöhen. Reeves kündigte an, dass der Einkommenssteuerfreibetrag weiterhin eingefroren bleibt, während neue Steuermaßnahmen für Dividenden, Ersparnisse und Immobilien-Einkommen eingeführt werden und die Leistungen von Pensionsgehaltsopfern begrenzt werden.
Die Compliance-Leiterin des CEX in Großbritannien, Azaria Nukajam, begrüßte dies und ist der Ansicht, dass Krypto Vermögenswerte gleich behandelt werden sollten wie andere Anlageklassen, was langfristig vorteilhaft für sie als alternative Investitionsmöglichkeit ist. Sie wies jedoch darauf hin, dass neue Vorschriften, einschließlich des “Krypto Vermögenswerte Gesetzes”, der HMRC-Steuerwarnungen und des bald in Kraft tretenden Krypto Vermögenswerte Berichtrahmens (CARF), darauf hindeuten, dass Großbritannien eine strengere steuerliche Transparenz und Regulierung vorantreibt, um potenzielle Schlupflöcher zu schließen.
Nukajam erklärte, dass dieses regulierte Umfeld dazu beiträgt, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, institutionelle Investoren anzuziehen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Krypto Vermögenswerte schrittweise in das britische Mainstream-Finanzsystem integriert werden. Obwohl die Reform der Kapitalertragssteuer im letzten Jahr die Steuerquote für Krypto Vermögenswerte von 10%-20% auf 18%-24% angehoben hat, hat Großbritannien im Vergleich zu Wettbewerbern wie Spanien und Frankreich immer noch einen Vorteil, aber sie empfiehlt, das langfristige steuerfreie Modell aus Deutschland als Anreiz zu übernehmen.
Branchenexperten äußern Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens. Ben Cousens, Mitbegründer von Antidote, glaubt, dass der Haushaltsplan zwar Signale zur Unterstützung von Unternehmensgründungen sendet, aber nicht ausreichend Anreize für Unternehmer schafft, im eigenen Land zu bleiben und sich dort zu entwickeln. Richard Muirhead, Mitbegründer von Fabric Ventures, weist darauf hin, dass der Haushaltsplan Technologie-Startups möglicherweise dazu zwingt, in Länder mit besseren regulatorischen und steuerlichen Bedingungen abzuwandern, was die Wettbewerbsfähigkeit Großbritanniens im globalen Talentwettbewerb schwächen könnte. Adam Simons, Chief Strategy Officer von Radix, warnt ebenfalls, dass die “feindliche Haltung” der FCA gegenüber Krypto Vermögenswerte zu einem Talentverlust führen könnte, was die traditionelle Stärke Großbritanniens als Brücke zwischen den Märkten in Europa und Nordamerika schwächen würde.
Insgesamt betrachtet reguliert Großbritannien den Krypto Vermögenswerte Markt durch strengere regulatorische Rahmenbedingungen, während es gleichzeitig vorteilhafte Steuerpolitik aufrechterhält, aber die Bedenken der Branche hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Talentabfluss nehmen weiterhin zu. (The Block)