Kann Bitcoin in einer Energiekrise noch ein sicherer Hafen sein? Ökonomen warnen: Das erste wird geopfert

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Der Wirtschaftswissenschaftler Steve Keen, der die Finanzkrise von 2008 zuvor vorhergesagt hatte, warnte kürzlich in der Sendung „The Diary Of A CEO“, dass die hochenergetische Eigenschaft von Bitcoin vor dem Hintergrund einer sich weiter verschärfenden globalen Energiekrise dazu führen wird, dass es das erste geopferte Vermögen sein wird. Gleichzeitig macht ihn seine Preisvolatilität eher zu einem spekulativen Werkzeug als zu einer Währung, weshalb es ihm schwerfällt, das bestehende Fiat-Währungssystem herauszufordern.

Kriegsschauplätze im Nahen Osten lösen die globale Energiekrise aus, Machthaber unterschätzen die Auswirkungen

Keen’s zentrale Argumentation basiert auf einer pessimistischen Einschätzung der globalen Energieversorgung. Er weist darauf hin, dass die geopolitschen Konflikte in der Region im Nahen Osten erhebliche Schäden an kritischer Energieinfrastruktur verursacht haben: In Katar wurden die Flüssigerdgas-Anlagen angegriffen, und die Wiederaufbau-Zykluszeit solcher Aufbereitungsanlagen beträgt bis zu fünf Jahre. Das bedeutet, dass die entsprechenden Kapazitätsverluste noch viele Jahre lang nicht wiederhergestellt werden können.

Er warnt, dass die globale Energieversorgung dadurch möglicherweise um zwei bis drei Zehntel schrumpfen könnte, und dass sich die Energieknappheit nicht durch höhere Ölpreise lösen lässt, weil das Problem im Kern ein absoluter Rückgang der realen Produktion ist und nicht nur eine Preisvolatilität.

Er kritisiert zudem, dass führende Wirtschaftswissenschaftler hierfür völlig unempfindlich seien: „Sie gehen seit Langem davon aus, dass Rohstoffe sich unbegrenzt gegenseitig ersetzen lassen, was dazu führt, dass politische Entscheidungsträger das reale Risiko von Lieferkettenunterbrechungen bei Energie systematisch unterschätzen.“

Er führt als Beispiel an, dass ein Zyklon beinahe die Silominen in North Carolina zerstört hätte, und zeigt damit, dass, wenn ein Versorgungsknoten für Schlüssel-Rohstoffe beschädigt wird, die Wiederherstellungszeit der gesamten nachgelagerten Industrie bis zu vier bis fünf Jahre betragen kann. Eine solche wirtschaftlich schwerwiegende Verwundbarkeit wird selten erwähnt.

Tödliche Designmängel von Bitcoin: Energieverschwendung, unklare Ausrichtung

Im Rahmen der Energiekrise richtet Keen seinen Blick auf das zugrunde liegende Design von Bitcoin. Er erklärt, dass die Kernlogik des Proof-of-Work (PoW)-Mechanismus von Bitcoin darin besteht, dass Miner kontinuierlich große Mengen Rechenressourcen verbrauchen, um Zufallszahlen zu erzeugen, die den Bedingungen entsprechen, weil „absichtliche Verschwendung“ und nicht ein technischer Nebeneffekt die Sicherheit des Ledger sicherstellen soll.

Keen betont, dass der Energieverbrauch von Bitcoin in einer bestimmten Zeit sogar den gesamten Stromverbrauch der Schweiz übertroffen habe. Allerdings wird Bitcoin mit der Realität einer Energie-Zuteilung mit einer politischen tödlichen Bedrohung konfrontiert sein:

Die Gesellschaft wird nicht dafür opfern, um den Betrieb einer einzigen Blockchain aufrechtzuerhalten, die Stromversorgung für die Bevölkerung und die Industrie. Wenn die Menschen zwischen Bitcoin und Lebensmitteln wählen müssen, ist die Antwort offensichtlich.

Darüber hinaus weist er auch darauf hin, dass Bitcoin eine inhärente Widersprüchlichkeit in seiner Währungsrolle hat: „Wenn der Markt erwartet, dass Bitcoin weiter an Wert gewinnt, werden seine Halter ihn nicht für Transaktionen einsetzen. Das macht Bitcoin näher an einem Spekulationsinstrument als an einer echten Währung.“

Wagnisinvestoren blicken auf den Trend zur Energie-Währungsbildung: Wird Bitcoin die beste „digitale Batterie“?

Keen’s Sichtweise steht in deutlichem Widerspruch zu der Ansicht, die der Geschäftsführer der Venture-Investment-Institution Hashed, Simon Kim, zuvor in den Kettennachrichten zusammengefasst hatte. Letzterer ist der Meinung, dass Bitcoin-Mining ein erfolgreiches Modell der „Energie-Währungsbildung“ sei:

Miningsanlagen werden typischerweise in abgelegenen Regionen eingerichtet, in denen es Stromüberschuss gibt, während die Übertragungskapazitäten begrenzt sind. Dort können sie umgehend jene Abfallstrommengen aufnehmen, die der Markt nicht mehr aufnehmen kann, und übernehmen die Rolle des „letzten Käufers“ im Stromnetz.

Kim ist der Ansicht, dass die direkte Umwandlung von Energieverbrauch in eine handelbare digitale Vermögensform ein energiepreisliches Werkzeug ist, das transparenter und präziser sei als Gold.

(Von der Mining-Kontroverse zur Energieinfrastruktur: Warum Bitcoin im KI-Zeitalter als „digitale Batterie“ bezeichnet wird?)

Kann Bitcoin in einer Energiekrise noch ein sicherer Hafen sein?

Doch die von Simon Kim unterstellte Marktlage mit Energieüberschuss dürfte in der heutigen und zukünftigen Zeit wohl kaum existieren. Unter den gegenwärtigen Bedingungen von Energiemangel könnten Miningsanlagen vielmehr direkt mit der Bevölkerung und der Industrie um Strom konkurrieren. Die Erzählung von der „digitalen Batterie“ ist in Phasen der Energie-Überschüsse überzeugend, aber ihre Widerstandsfähigkeit wurde noch nie in einer realen Energiekrise auf die Probe gestellt.

Die Differenzen zwischen beiden Positionen spiegeln vielleicht genau eine weitere Frage wider, die in der Krypto-Wirtschaft derzeit kaum jemand anspricht: Wenn sich das Energieumfeld verschlechtert, kann Bitcoin dann noch als Vermögens-Safe-Haven dienen? Oder wird es zur ersten kostspieligen hochenergetischen Last, die man wegwirft?

Dieser Artikel Kann Bitcoin in einer Energiekrise noch ein sicherer Hafen sein? Ökonom warnt: das erste geopferte Erscheint erstmals in „Kettennachrichten ABMedia“.

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