Laut Berichten der Liberty Times und der Wirtschaftszeitung hat das Kabinett am 2. den Entwurf des „Gesetzes über Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte“ verabschiedet und schafft damit die erste speziell zuständige Aufsichtsregelung für den Markt für virtuelle Vermögenswerte in Taiwan. Der Entwurf richtet ein Lizenzsystem für Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte (VASP) ein, regelt die Ausgabe von Stablecoins klar und verhängt für Marktmanipulation und Betrug schwere Strafen, die im Höchstfall bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe sowie zusätzlich 200 Millionen NTD Geldstrafen umfassen können. Die Finanzaufsichtskommission (FSC) erklärte, dass die gesamte Ausrichtung nach dem Prinzip „schrittweiser Öffnung“ erfolgen werde und man zwischen Finanzinnovation und solider Aufsicht eine Balance anstrebe.
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Das Spezialgesetz für virtuelle Vermögenswerte startet in vier Phasen; VASP wird in die lizenzbasierte Verwaltung einbezogen
Der Premierminister Zhuo Rongtai sagte, dass sich die Entwicklung der Finanztechnologie schnell vollziehe und Anwendungen für virtuelle Vermögenswerte dabei seien, die Art der traditionellen Finanztransaktionen zu verändern. Die Finanzaufsichtskommission orientiere sich an internationalen Aufsichts-trends, mit Geldwäschebekämpfung als zentraler Grundlage, und treibe das Spezialgesetz „Gesetz über Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte“ voran. Es sei geplant, die Aufsicht in vier Phasen schrittweise zu verstärken und gleichzeitig Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte in das Finanz- und Anti-Betrugsystem einzubeziehen. Durch branchenübergreifende Prävention sowie Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor werde ein umfassenderes Schutznetz aufgebaut.
Laut dem Entwurf müssen VASP je nach Art des Geschäfts klassifiziert werden und umfassen sieben große Kategorien: Händler, Plattformbetreiber, Transferdienstleister, Verwahrer, Underwriter/Zeichner, Kreditgeber und weitere. Es wird ein zweistufiges Lizenzsystem angewandt: Nach Erhalt der Genehmigung der zuständigen Behörde und der Erteilung der Lizenzberechtigung dürfen sie erst offiziell den Geschäftsbetrieb aufnehmen.
Der Entwurf verlangt außerdem, dass VASP eine auf den jeweiligen Geschäftszweck spezialisierte Gesellschaft sein müssen; das Stammkapital und die Organisationsform müssen bestimmte Vorschriften erfüllen. Finanzinstitute können nach Erhalt der Lizenz einschlägige Geschäfte ebenfalls im Rahmen einer Mehrfachausübung betreiben.
Im Bereich der Handelssicherheit schreibt der Entwurf vor, dass die Vermögenswerte der Nutzer von VASP-eigenem Vermögen getrennt aufbewahrt werden müssen. Die gesetzlichen Währungen müssen als Treuhand hinterlegt werden, und sämtliches Ein- und Auszahlen von Taiwans Dollar oder Fremdwährungen muss über Bankeinlagen-Sonderkonten abgewickelt werden, um sicherzustellen, dass jede einzelne Transaktion dokumentiert ist. Zudem sollen Kassentransaktionen durch Online-Transaktionen ersetzt werden, um Geldwäschehandlungen konsequent zu verhindern.
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Hürden für Stablecoin-Emission: Banken zuerst, schrittweise Öffnung
Bezüglich der Regulierung von Stablecoins legt der Entwurf ausdrücklich fest, dass die Ausgabe von Stablecoins innerhalb Taiwans erfolgen kann, dazu jedoch eine Erlaubnis erforderlich ist, nachdem die Finanzaufsichtskommission im Einvernehmen mit der Zentralbank die Zustimmung eingeholt hat. Der Emittent ist auf die Form einer Aktiengesellschaft beschränkt, das Mindeststammkapital wird von der Finanzaufsichtskommission gesondert festgelegt. Der Emittent muss bestimmte Reservemaßnahmen festlegen und aufrechterhalten, diese bei inländischen Finanzinstituten hinterlegen, und zudem die getrennte Verwahrung sowie regelmäßige Prüfungen sicherstellen.
Der Entwurf bestimmt außerdem, dass Emittenten unter keiner Form Zinsen oder Erträge auszahlen dürfen und sicherstellen müssen, dass Inhaber jederzeit zum Nennwert zurückgeben/auslösen können.
Der stellvertretende Vorsitzende der Finanzaufsichtskommission, Chen Yanliang, erklärte, dass Stablecoins nicht darauf beschränkt seien, dass nur Banken emittieren dürfen, aber zunächst werde es „Banken zuerst“ geben. Der Grund: Banken könnten bei Kapital- und Risikokontrolle eher die aufsichtsrechtlichen Schwellen erfüllen. Andere Anbieter müssten je nach Art des Geschäfts das entsprechende Stammkapital und die Vorschriften zu Betriebssicherheitsleistungen festlegen; die Details würden nach dem Beschluss der Durchführungsverordnungen nochmals gegenüber der Öffentlichkeit erläutert.
Ob künftig die Emission von virtuellen Währungsderivaten geöffnet wird, sagte Chen Yanliang, die Richtung sei ebenfalls schrittweise Öffnung: Es werde nicht auf einmal eine vollständige Freigabe geben, aber auch nicht den Entwicklungsspielraum der Branche einschränken.
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Harte Strafen für Marktmanipulation und Betrug: Höchstens 10 Jahre und zusätzlich 200 Millionen NTD Strafe
Der Entwurf enthält auch klare Regelungen zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit. Wer ohne Genehmigung Stablecoins eigenmächtig ausgibt, kann im schlimmsten Fall mit Freiheitsstrafe von bis zu 7 Jahren bestraft werden und zusätzlich mit Geldstrafen von bis zu 100 Millionen NTD belegt werden. Wenn es sich um Handlungen wie Urkundenfälschung/Betrug, das Verbergen wesentlicher Informationen oder die Manipulation von Marktpreisen handelt, wird die strafrechtliche Verantwortlichkeit weiter auf Freiheitsstrafe von mindestens 3 Jahren bis höchstens 10 Jahren erhöht. Im Höchstfall können zusätzlich Geldstrafen von 200 Millionen NTD verhängt werden, und die handelnde Person muss für Schäden Ersatz leisten.
Darüber hinaus verlangt der Entwurf, dass VASP bei der Feststellung eines mutmaßlich illegalen oder ungewöhnlichen Geschäfts sofort die betreffenden Transaktionen aussetzen und bei der Stärkung der Anti-Betrugs- bzw. Strafverfolgungsmaßnahmen der Regierung mitwirken.
Im Rahmen der Exit-Mechanismen sieht der Entwurf vor, dass, wenn VASP aufgrund von Geschäfts- oder Finanzverschlechterung Kundenrechte gefährdet oder der Verlust droht, die Finanzaufsichtskommission deren Vermögensübertragung verbieten oder eine Übertragung des Geschäftsbetriebs anordnen kann. Wenn ein Anbieter den Geschäftsbetrieb nicht mehr fortsetzen kann, kann die Finanzaufsichtskommission zudem einen anderen VASP damit beauftragen, die Geschäfte zu übernehmen, um die Sicherheit der Vermögenswerte der Nutzer zu gewährleisten.
Willkommen für ausländische Anbieter, die sich in Taiwan niederlassen; Regierung bleibt offen und vorsichtig
Bezüglich des Themas, wie sich ausländische Anbieter von virtuellen Vermögenswerten in Taiwan weiterentwickeln, sagte Chen Yanliang, die Regierung halte eine positive, vorsichtige und offene Haltung. Unter der Voraussetzung, Finanzinnovation und Entwicklung der Branche zugleich zu berücksichtigen, werde die Prüfung im Geiste offener Inklusion erfolgen. Man hoffe, hochwertige Anbieter zur Niederlassung zu gewinnen und gleichzeitig die aufsichtsrechtlichen „Grauzonen“ zu verkleinern.
Derzeit gibt es in Taiwan insgesamt 8 Unternehmen, die bereits eine Registrierung zur Geldwäschebekämpfung für VASP abgeschlossen haben. Nach Verabschiedung des „Gesetzes über Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte“ werde ein klarerer regulatorischer Rahmen geschaffen, der es den Anbietern erleichtere, sich daran zu halten, und zugleich der langfristig gesunden Entwicklung der gesamten Branche zugutekomme.
Dieser Artikel Das Kabinett billigt den Entwurf des „Gesetzes über Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte“! Marktmanipulation: im schlimmsten Fall 10 Jahre Haft; Stablecoins mit schrittweiser Öffnung; erscheint frühestens bei Lian News ABMedia.