
Ethereum Liquidity Staking Protocol Lido veröffentlicht am Dienstag den Jahresbericht 2025 und gibt bekannt, dass die Gesamteinnahmen im Jahr auf 40,5 Millionen US-Dollar gesunken sind, ein Rückgang von 23 % im Vergleich zu 52,4 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Der Bericht weist darauf hin, dass der Rückgang hauptsächlich durch zwei strukturelle Faktoren getrieben wird: den Netto-Withdrawal von gestaketen Geldern (aktive Rücknahme durch Nutzer) und die anhaltende Verringerung der jährlichen Rendite (APR) im Netzwerk.
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) (Quelle: Lido Research)
Lido hebt im Jahresbericht zwei Wege des Einnahmenrückgangs hervor. Erstens reduziert der Netto-Withdrawal von gestaketen Geldern direkt die verwaltete Basis des Protokolls, wodurch der Pool der verfügbaren Staking-Belohnungen schrumpft; zweitens führt die Verringerung der APR im Netzwerk dazu, dass die Anzahl der Validatoren im Ethereum-Netzwerk stetig steigt, was die Rendite für einzelne Staker verwässert und die Anreize für neue Gelder, in das Protokoll zu investieren, weiter verringert.
Der Bericht stellt fest, dass der Ethereum-Staking-Markt im Jahr 2025 eine „strukturelle Veränderung“ durchlaufen hat: Die Verringerung der APR im Netzwerk, die Verschiebung von Simple LST zu Börsen und institutionellem Staking sowie die zunehmende Konkurrenz haben gemeinsam die Gesamtgröße des Nischenmarkts, in dem Lido tätig ist, verringert. Lido betont, dass es sich hierbei nicht nur um eine Umschichtung von Marktanteilen handelt, sondern um eine tatsächliche Schrumpfung des stärksten Segments.
Laut Jahresbericht wandert Kapital aus dem ursprünglichen Simple LST-Segment in folgende Richtungen:
Diese Migration übt einen doppelten Druck auf Lido aus: Sie untergräbt die bestehende Nutzerbasis und schränkt die Möglichkeiten zur erneuten Expansion im ursprünglichen Marktsegment ein.
Angesichts des anhaltenden Einnahmerückgangs hat Lido im August 2025 eine Personalreduzierung um 15 % durchgeführt, um die langfristige finanzielle Nachhaltigkeit zu sichern. Das Protokoll kündigt zudem an, dass die Kernstrategie für 2025 die Erweiterung des Kerngeschäfts außerhalb des Staking ist, inklusive der Einführung differenzierter Produkte für institutionelle Investoren und Nutzer mit hohen Renditeansprüchen.
Im Bereich Token-Rückkäufe prüft Lido die Einführung eines LDO-Rückkaufprogramms, das voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 umgesetzt werden soll. Laut Plan sollen die durch das Protokoll generierten Staking-Belohnungen genutzt werden, um LDO-Token auf dem offenen Markt zurückzukaufen und diese in die LDO/wstETH-Liquiditätspositionen des DAOs zu investieren, um einen Kreislauf aus Protokollgewinnen und Token-Nachfrage zu schaffen. Das endgültige Vorgehen steht noch unter der Zustimmung der DAO-Governance.
Im institutionellen Markt hat WisdomTree, mit einem Vermögensverwaltungsvolumen von 140 Milliarden US-Dollar, ein Ethereum-ETP in Europa eingeführt, das das Lido-Dezentrale-Protokoll als Staking-Belohnungsquelle nutzt. Dies ist das erste bedeutende Beispiel für die institutionelle Nutzung von Lido in der Praxis.
Der Jahresbericht nennt zwei Hauptgründe: Erstens führte der Rückzug von Nutzern aus dem Protokoll zu einem Netto-Withdrawal gestaketer Gelder, was die verwaltete Basis verringert; zweitens führte die zunehmende Validatorenzahl im Ethereum-Netzwerk zu einer kontinuierlichen Verringerung der APR, wodurch der Pool an verfügbaren Belohnungen schrumpfte. Beide Faktoren zusammen führten zu einem Rückgang der Gesamteinnahmen um 23 % im Vergleich zu 2024.
Laut den vorgeschlagenen Plänen des Protokolls sollen die durch das Staking generierten Belohnungen genutzt werden, um LDO-Token auf dem offenen Markt zurückzukaufen. Diese Tokens werden in die LDO/wstETH-Liquiditätspositionen des DAOs eingebracht. Das Programm soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 starten und bedarf noch der Zustimmung durch die DAO-Governance.
WisdomTree, mit einem Vermögensverwaltungsvolumen von etwa 140 Milliarden US-Dollar, hat in Europa ein Ethereum-ETP eingeführt, das das Lido-Protokoll als Staking-Belohnungsquelle nutzt. Dies ist das erste bedeutende Beispiel, bei dem eine traditionelle Vermögensverwaltungseinrichtung das dezentrale Staking-Protokoll als zugrunde liegende Infrastruktur für ein ETP nutzt, was einen wichtigen Meilenstein für die institutionelle Marktausrichtung von Lido darstellt.
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