
Das Handelsvolumen bezeichnet die Gesamtzahl eines Vermögenswerts, die tatsächlich für ein bestimmtes Handelspaar innerhalb eines festgelegten Zeitraums umgesetzt wurde (übereinstimmende Kauf- und Verkaufsaufträge). Es ist eine wesentliche Kennziffer zur Beurteilung von Marktaktivität und Liquidität.
Auf dem Candlestick-Chart einer Börse sind unterhalb der Preiskerzen farbige Balken zu sehen, die das Handelsvolumen für den jeweiligen Zeitraum anzeigen. Die Farben orientieren sich in der Regel an der Kursbewegung und erleichtern so die visuelle Erkennung von Volumenspitzen oder -rückgängen. Für Einsteiger ist das „24-Stunden-Handelsvolumen“ die gängigste Kennzahl und fasst die Marktaktivität der letzten 24 Stunden zusammen.
Das Handelsvolumen kann entweder nach der „Menge“ des gehandelten Assets oder nach dessen „Wert“ gemessen werden. Die mengenbasierte Darstellung erfolgt üblicherweise in Einheiten des Vermögenswerts, z. B. BTC; wertbasierte Volumina werden meist in USD oder im USDT-Gegenwert angegeben.
Die Wahl der Einheit beeinflusst den Vergleich: Bei steigendem Preis eines Vermögenswerts kann das mengenbasierte Volumen kleiner erscheinen, während das wertbasierte Volumen entsprechend zunimmt. Zudem ist zwischen „Handelsvolumen einer einzelnen Börse“ und „aggregiertem Markt-Handelsvolumen“ zu unterscheiden. Ersteres bezieht sich auf den Handel einer Plattform, letzteres fasst Daten mehrerer Börsen zusammen.
On-Chain-Transaktionsdaten sind nicht mit dem Handelsvolumen gleichzusetzen. Überweisungen zwischen Adressen zeigen lediglich Kapitalbewegungen und spiegeln keine abgeschlossenen Handelsgeschäfte wider, weshalb sie eine andere Aussagekraft haben.
Das Handelsvolumen hebt die gehandelte „Menge“ hervor, während der Handelswert (oft als „Umsatz“ bezeichnet) den „finanziellen Wert“ in den Vordergrund stellt. Viele Benutzeroberflächen kombinieren beide und zeigen z. B. ein „24h-Handelsvolumen (USD-Äquivalent)“ – das entspricht der wertbasierten Darstellung.
Beim Analysieren von Charts ist die Kennzeichnung der Plattform entscheidend: „Volumen: 1.000 BTC“ steht für ein mengenbasiertes Volumen, „Volumen: $50M“ für ein wertbasiertes. Beide Kennzahlen sind hilfreich – für den Vergleich verschiedener Assets empfiehlt sich die wertbasierte Betrachtung, für historische Analysen eines Assets sind beide Ansätze geeignet.
Das Handelsvolumen gibt Aufschluss über das Engagement der Marktteilnehmer und die Intensität ihrer Handelsabsichten. An entscheidenden Kursmarken kommt es oft zu Volumensprüngen, während in Konsolidierungsphasen oder bei Unsicherheit das Volumen eher abnimmt.
Das Handelsvolumen ist entscheidend für die Bestätigung von Ausbrüchen – das Grundprinzip: Kurs und Volumen sollten gemeinsam steigen. Bricht der Kurs bei steigendem Volumen über frühere Hochs oder wichtige Widerstände, ist eine Fortsetzung wahrscheinlicher; bleibt das Volumen aus oder sinkt, drohen Fehlausbrüche.
Schritt 1: Identifizieren Sie zentrale Kursniveaus wie frühere Hochs, Trendlinien oder Kanalwiderstände.
Schritt 2: Vergleichen Sie das Volumen der Ausbruchskerze mit dem aktuellen Durchschnitt (idealerweise deutlich über den letzten 20–50 Kerzen).
Schritt 3: Risikomanagement: Fällt der Kurs nach einem Ausbruch bei steigendem Volumen wieder unter das Schlüsselniveau zurück, deutet das auf ein Scheitern hin – ein Stop-Loss ist dann ratsam.
Beispiel: Schließt der Kurs im Gate-Spot-Chart oberhalb des Kanalwiderstands mit einem Volumenbalken, der deutlich den Zweiwochen-Durchschnitt übertrifft, und erfolgen Rücktests bei geringerem Volumen ohne erneuten Rücksetzer, ist eine Fortsetzung des Trends wahrscheinlich.
Die Kombination des Handelsvolumens mit weiteren Indikatoren reduziert subjektive Fehleinschätzungen:
Setzen Sie diese Indikatoren immer im Kontext ein. Verlassen Sie sich nie auf ein Einzelsignal – erst die Kombination mit Unterstützungs-/Widerstandszonen und dem allgemeinen Marktrhythmus erhöht die Zuverlässigkeit.
Das Spot-Handelsvolumen steht für tatsächliche Käufe und Verkäufe und spiegelt langfristige Positionsveränderungen wider. Bei Derivaten misst das Handelsvolumen den Kontraktumsatz; durch Leverage sind hohe Volumina hier üblich. Aufgrund des Hebels reagieren die Volumina der Derivatemärkte stärker auf kurzfristige Kursschwankungen.
Im Jahr 2025 sind die Volumina an den Derivatemärkten in vielen Phasen höher als an Spotmärkten – getrieben durch Leverage und Absicherungsbedarf. Für die Analyse von Derivate-Volumina ist auch das Open Interest – die Gesamtzahl offener Kontrakte – entscheidend, um zwischen Umsatz und neuem Kapitalzufluss zu unterscheiden.
On-Chain-Daten erfassen Überweisungen zwischen Adressen und Smart-Contract-Interaktionen – nicht jedoch abgeschlossene Handelsgeschäfte. Daher sind „On-Chain-Transfer-Volumen“ und „Börsen-Handelsvolumen“ grundverschieden. Volumina dezentraler Börsen (DEX) basieren zwar auf On-Chain-Daten, müssen aber klar von Eigenübertragungen und echten Trades unterschieden werden.
So stimmen die Kennzahlen überein:
Schritt 1: Entscheiden Sie, ob Sie „Handelsaktivität“ oder „Kapitalflüsse“ analysieren. Für Handelsaktivität eignen sich Börsenvolumina, für Kapitalflüsse große On-Chain-Transfers oder aktive Adressen.
Schritt 2: Vergleichen Sie nur gleichartige Werte – vergleichen Sie On-Chain-Transfer-Volumen nicht direkt mit zentralisiertem Börsen-Handelsvolumen.
Schritt 3: Blenden Sie kurzfristige Ausreißer aus und konzentrieren Sie sich auf mehrtägige gleitende Durchschnitte, um Fehldeutungen durch einzelne Großtransfers zu vermeiden.
Zu den Hauptrisiken zählen unterschiedliche Definitionen und potenzielle Manipulation. In manchen Märkten kommt es zu Wash Trading – also künstlich hohen oder unlogischen Volumina oder plötzlichen Ausschlägen ohne Kursbewegung. Wer sich ausschließlich auf das Handelsvolumen verlässt, übersieht die Orderbuch-Tiefe und das Risiko von Slippage.
So beurteilen Sie das Handelsvolumen auf Gate richtig:
Schritt 1: Wählen Sie ein Handelspaar und öffnen Sie dessen Candlestick-Chart; im unteren Standard-Panel erscheinen die Volumenbalken. Passen Sie den Zeitrahmen an Ihre Strategie an (z. B. 1-Stunden- oder 4-Stunden-Chart).
Schritt 2: Fügen Sie Indikatoren wie VWAP oder OBV hinzu. Markieren Sie wichtige Kursniveaus und vergleichen Sie die Volumina von Ausbruchskerzen mit dem Durchschnitt der letzten 20–50 Kerzen.
Schritt 3: Prüfen Sie sowohl das Kauf-/Verkaufs-Orderbuch als auch die Tiefe zur Bewertung der Liquidität. Ist das Handelsvolumen nicht niedrig, aber die Tiefe gering, bleibt das Slippage-Risiko hoch. Arbeiten Sie mit Limit Orders und staffeln Sie Ihre Einstiege, um Kosten zu kontrollieren.
Sicherheitstipp: Jede Entscheidung auf Basis des Handelsvolumens kann scheitern – kombinieren Sie es stets mit Stop-Loss, Positionsgrößenmanagement und Notfallplänen, um nicht von einer Kennzahl abhängig zu sein.
Das Handelsvolumen ist eine grundlegende Kennzahl zur Messung von Marktaktivität und Liquidität – es kann mengen- oder wertbasiert erfasst werden. Für ein fundiertes Verständnis ist es wichtig, zwischen Menge und Wert, Spot und Derivaten sowie On-Chain- und Börsenbegriffen zu unterscheiden. In der Praxis dient das Handelsvolumen zur Bestätigung von Trends und Ausbrüchen, sollte aber immer mit VWAP, OBV, Volume Profile, zentralen Preisniveaus und Orderbuch-Tiefe kombiniert werden, um Fehldeutungen durch Ausreißer zu vermeiden. Auf Gate empfiehlt sich die Analyse über mehrere Zeitrahmen, die Kombination verschiedener Indikatoren und konsequentes Risikomanagement, um verwertbare Signale zu erkennen und Risiken effektiv zu steuern.
Ein hohes Handelsvolumen zeigt, dass viele Marktteilnehmer aktiv sind und ein starkes Kauf- oder Verkaufsinteresse besteht. Hohe Volumina begleiten oft Kursausbrüche oder Trendbestätigungen und signalisieren einen breiten Marktkonsens. Dennoch ist zu beachten: Hohes Volumen garantiert keine nachhaltige Kursbewegung – analysieren Sie immer das Zusammenspiel mit der Kursentwicklung, um Fehlsignale zu vermeiden.
Im Kryptomarkt werden „Handelsvolumen“ und „Trade Count“ oft synonym verwendet, bedeuten aber technisch Verschiedenes. Das Handelsvolumen bezieht sich meist auf die insgesamt gehandelten Einheiten eines Assets oder die Zahl der ausgeführten Trades; Trade Count meint manchmal explizit die Anzahl der Transaktionen. Auf Gate und ähnlichen Plattformen steht „Handelsvolumen“ in der Regel für die Asset-Menge – das ist die gängige Branchenpraxis, der Einsteiger folgen sollten.
Dieses Phänomen nennt man „Volumen-Preis-Divergenz“ und es ist oft ein Warnsignal für eine mögliche Trendwende. Steigt der Kurs, während das Handelsvolumen abnimmt, deutet das auf eine schwache Käuferseite hin – möglicherweise treiben Privatanleger den Trend, während institutionelle Anleger Positionen abbauen. Die Aufwärtsdynamik ist dann begrenzt. Seien Sie vorsichtig und achten Sie auf Anschlusskäufe oder mögliche Rücksetzer.
Vergleichen Sie drei Zeitrahmen: das tägliche Handelsvolumen mit dem 30-Tage-Durchschnitt, das stündliche Handelsvolumen mit dem Tagesdurchschnitt und die Echtzeit-Handelsgeschwindigkeit mit historischen Werten. Im Candlestick-Chart von Gate können Sie „Volumen“ aktivieren, um Veränderungen an der Balkenhöhe intuitiv zu erkennen. Erst wenn das Handelsvolumen das 2- bis 3-Fache des Durchschnitts erreicht, spricht man von einem echten Volumensprung; kleinere Schwankungen sind normal.
In Bullenmärkten steigt das Handelsvolumen meist kontinuierlich und die gleitenden Durchschnitte nehmen zu – starke Volumina begleiten Kursanstiege. In Bärenmärkten nimmt das Gesamtvolumen ab, doch bei Panikverkäufen kommt es zu kurzfristigen Volumenspitzen. Um Marktphasen zu erkennen, sollten Sie sowohl das „absolute Niveau“ als auch die „Richtung“ des Handelsvolumens analysieren – nicht nur die Größe –, um sich nicht von kurzfristigen Erholungen täuschen zu lassen.


